Dienstag, 28. September 2010

Miau rägä fets...

... nein, das ist nicht etwa eine Fremdsprache. Das ist die Alltagssprache eines kleinen Jungen, der Schweizer Dialekt spricht.

"Miau rägä fets." Miau dürfte klar sein. Aber rägä? Normalerweise ist Räge der Regen. Hier ist es aber ein Verb.
Also, wenn mein Sohn "Miau rägä fets", dann sieht das etwa zwei Minuten später so aus:

"Miau trägä wetsch!" heisst das im Zürcher-Dialekt. Und in Schriftsprache "Miau tragen willst du." Das "willst Du" bezieht sich aber auf ihn selbst, irgendwie happert's da noch mit der Grammatik...


Wahlweise kann das auch "Aff rägä fets" heissen, was dann so aussieht:

Und "Seeeeeeesän, Lalat?" Nein, das hat nichts mit Salat zu tun. Ein Lalat ist ein Lastwagen. Seeeeeeesän heisst "Gseesch än?" (Siehst du ihn?)


"Mama, mumämäis!" meint "Mama, namal eis!" (Nochmal eins!)


und "Nänä ruuuuchtich" bedeutet, dass er unbedingt stillen will, also "Nänä bruuch ich" (Nänä brauche ich)


Heute ist ihm das "Näsli une geit." Für die Schweizer ist klar, ein Näsli ist ein Näschen... aber nicht bei M. Da ist das Näsli ein Häsli - ein Häschen also. Une dürfte auch klar sein - das ist unten. Und gheit meint gefallen. Also ist, wenn "Näsli une geit" ist, das Häschen auf den Boden gefallen.


So süss, ich lache jeden Tag mehrmals über die lustigen Sprüche und Sprachversuche meines Kindes!

3 Kommentare:

  1. Hihihihihii, dankeschön für deine Einführung in Kinderdütsch. :D
    Mümoioins gibts bei uns auch (nu moi oans).
    Tolle Tragebilder!
    lg
    luna

    AntwortenLöschen
  2. Supersüüß!
    Ich kann mich noch an das eine Video von der Großen erinnern, in der sie auch so herrlich Mundart geplappert hat.

    LG,
    Alice

    AntwortenLöschen
  3. Danke Euch beiden!
    Mümoioins kann ich mir genau vorstellen, ich habe einen österreicherdialektsprechenden Jungen im Freundeskreis :-) Das klingt genauso.

    AntwortenLöschen